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Zu früh für Frühlingsgefühle?

Man kann nicht früh genug mit der Gartenarbeit beginnen. Noch ganz ohne Körpereinsatz - in der warmen Stube. Jetzt ist die beste Zeit für die Planung einer sanften Umgestaltung des Hausgartens in einen Naturgarten. Kann man nicht noch ein bisschen mehr für die Natur herausholen aus seinem kleinen Paradies? Der erste Quadratmeter Umwandlung des Englischen Rasens in eine kleine Wildblumenwiese ist der Schwerste! „Rettet die Bienen“ gilt immer und gilt gleichermaßen für Erdhummeln, Schmetterlinge und ihre Raupen, alle Nützlinge. Mit heimischen Blumen und Sträuchern anstelle von Bambus und Kirschlorbeer. Kämpfen Sie gegen jede weitere Bodenversiegelung. Auch Steinlandschaften brauchen wir nicht. Schaffen Sie ‚lokale‘ Natur indem Sie bewusster planen, kaufen und pflanzen. Holen Sie sich und Ihrer Familie ein Stück lebendige Natur nach Haus.

Hier gibt es Ideen für den lokalen Frühlingsgarten 2021 :

Der Frühling kommt und weckt unseren Sinn für Veränderung und Erneuerung. Was kann man eigentlich alles machen und mit welchem Ziel? Tiere bringen erst richtig Leben in den Garten. Ein schönes Gartenziel wäre durchaus dafür zu sorgen, dass wir viele Besucher anlocken: Schmetterlinge, Hummeln, Erdhummeln, Bienen, Käfer, Nützlinge wie Marienkäfer, Florfliegen.  Dann kommen, der Nahrungskette folgend, auch die Gartenvögel zurück.

Es gibt heute eine riesige Fülle von Pflanzen für den eigenen Hausgarten, in dem wir uns gestalterisch betätigen können. Aber auch in den halböffentlichen Raum können wir solche Projekte hineintragen, etwa in Schulgärten.  Das macht den Kindern Spaß und hilft der Tierwelt. Warum gibt es denn überhaupt weniger Insekten? Dafür gibt es, wie fast immer in der Natur, keinen einzelnen Grund, sondern das komplexe Zusammenspiel von mehreren Faktoren. Die Flurbereinigung, zum Beispiel, beseitigte und beseitigt immer noch wichtige Lebensräume der Insekten. Die immer noch zugelassenen Unkrautvernichtungsmittel sind ein weiterer Grund sowie ein immenser Flächenverbrauch und die extreme Flächenversiegelung. Wo sollen dort bitteschön Insekten leben?

Insofern kann man heute feststellen, dass Gärten mit insektenfreundlichen Pflanzen und Lebensbedingungen eine entsprechende Attraktivität für unsere fliegenden Gäste darstellen. Das gilt für Honigbienen: Imker bringen Bienenkästen zunehmend in Bereiche mit Haus- , Schreber- und Obstgärten - in der freien Natur gibt es für sie nichts mehr zu holen.

Das Schöne daran: alle hier angesprochenen Insekten werden von üppig blühenden vielfarbigen Blumen angezogen - genau wie wir. Das passt: je mehr blüht, umso besser. Das Blühangebot soll möglichst vielseitig sein und vom frühen Frühjahr bis in den späten Herbst reichen. Von der einjährigen Blütenwiese - auch der oben angesprochene 1qm gilt bereits als ‚Wiese‘ - bis zu mehrjährigen üppigen Blumenrabatten, blühenden Sträuchern und vielleicht sogar einem Obstbaum.

Wenn wir unseren bisherigen Garten nach und nach in einen Naturgarten wandeln wollen,
dann können wir ungemein kreativ werden:
-    Anlegen kleiner Steinhaufen und Wildstauden für Wildbienen und Erdhummeln in sonnigen Bereichen, wo sich die Steine erwärmen
-    Von anderen Insekten werden kühlere Schattenbereiche geliebt, die auch etwas feucht sein dürfen
-    Schmetterlinge, die eine Metamorphose vom Ei über Larve, Puppe bis zum fertigen Schmetterling vollziehen, findet man je nach Stadium im Gebüsch als auch in der Sonne.
-    Ein kleiner Teich ist ein sehr bereicherndes Element eines Naturgartens. Im und am Wasser leben vor allem Libellen, im Wasser auch Wasser-Insekten.
-    Thematisch passt in diese Umgebung ein kleines Insekten-Hotel für unterschiedliche Tierarten einschließlich Schmetterlinge. In der Literatur wird die Art der Benutzung der einzelnen Halm-, Röhrchen-, Zapfen- und sonstigen Elemente und deren Benutzer erläutert.
-    Sehr wichtig für den Insekten-Erfolg unseres Naturgartens ist die Kenntnis der Futterpflanzen.
-    Honigbienen, aber auch Wildbienen und andere Insekten sammeln eiweißreiche, gesunde Pollen für ihre Nachkommen. Ganz nebenbei bestäuben sie zugleich die Blüte. Zugleich suchen Bienen auch Nektar, den sie für sich selbst benötigen als „Flugnahrung“. Bei Faltern ist es ähnlich: wir finden sie deshalb auf Blüten mit höchstem Nektarangebot als Energielieferant.
-    Je mehr Pollen- und Nektar-Pflanzen wir also in unserem Naturgarten haben, desto besser.  
-    Elementare Voraussetzung für unseren “wilden“ Insektengarten: Ungefüllte Blüten! Denn bei gefüllten Blüten sind die Staubbeutel, wo sich normalerweise die Pollen befinden, züchterisch in Blütenblätter umgewandelt worden. Diese Blüten bieten dann nur ein mageres Nahrungsangebot. Beim Kauf von Pflanzen unbedingt auf diesen Punkt achten!       -    Zunehmend werden bienengeeignete Pflanzen gekennzeichnet mit "bienengerecht" oder "Bienenfutter" oder "Bienenweide". Letzterer Begriff wird verwendet sowohl für die Einzelpflanze als auch für eine Bienenwiese.

-    Sie lieben den Duft von frischen Kräutern in Ihrem Garten? Bienen lieben deren Blüten ebenfalls und fliegen besonders gern auf Kräuter wie Thymian, Schnittlauch, Salbei oder Zitronenmelisse.
-    Die Evolution ist schlau: einjährige Pflanzen unserer kleinen Wiese haben nur eine kurze Lebens- und Blüte-Periode: das bedeutet sowohl früh bestäubt zu werden als danach auch schnell den Samen ausbilden, reifen und verstreuen müssen, um im nächsten Jahr mit den Nachkommen wieder voll da zu sein. Aus diesem Grunde berücksichtigen Bienen, auch alle Insekten, einjährige Pflanzen besonders. Charles R. Darwin brauchen sie dafür nicht zu kennen...

Im nächsten Kapitel folgen erprobte Pflanzenvorschläge:   Aber Schlüsselblumen kann man im Prinzip schon kaufen und bald pflanzen, aber auch z.B. Krokusse, zunächst in Töpfen auf der Terrasse. Im nächsten Jahr dann zum Verwildern auf dem Naturrasen. Vormerken kann man auch schon mal den  Garten- oder Zier-Salbei (salvia nemorosa) für das Staudenbeet: den ganzen Sommer über ist er voller Bienen und Hummeln - bis in den Herbst hinein. Früher ist schon die Küchenschelle dran. Highlight im Sinne eines Naturgartens ist der blühende Garten-Efeu. Ein dichter Busch in einer Gartenecke oder als Sichtschutz zum Nachbarn, 2-3 m hoch, treibt im Spätsommer dichte Blütendolden mit angenehmen Duft. Aber Achtung: man darf lange vorher den Busch OBEN nicht mehr beschneiden, sonst sind die frühen Blütenausbildungen definitiv weg! Dann summt und brummt es bis in den Spätherbst mit Bienen, Hummeln, Käfern und besonders viel Schmetterlingen. Wenn nach trüben Tagen die Herbstsonne noch einmal scheint, sind auch die Efeu-Freunde alle wieder da. Sogar auch die Schmetterlinge! Und heute am 20.2.2021 sitzen bereits mehrere Zitronenfalter auf den Blütenresten (oder Fruchtständen?) in der warmen Frühlingssonne.

 

 

 

20 Millionen Gärten in Deutschland

Hätten Sie es gewusst? Mit über zwanzig Millionen Gärten in Deutschland haben Gartenbesitzer ein riesiges Potential um Natur zu schaffen und so die Biodiversität zu fördern. Jeder Garten kann zu einem kleinen Biotop werden, das durch Pflanzenvielfalt Vögel, Kleintiere und Insekten anlockt und ein dauerhaftes Zuhause verspricht. Der folgende Link zum Stöbern bietet viele Anregungen für tolle Garten-, Bienenblumen- und Tierlebensraum-Tipps :     https://www.bund-naturschutz.de/oekologisch-leben/naturgarten/bienenfreundlicher-garten