Biotope in unseren Gemeindegrenzen

Die ca. 150 kartierten Einzelbiotope, organisch zusammengefasst zu ca. 50 (überwiegend linienförmigen) Biotopen innerhalb unserer Gemeinden werden durch die lokalen BUND-Mitglieder gepflegt und überwacht, um ihre Unversehrtheit auch in Zukunft sicherzustellen. Um eine breitere Unterstützung für unsere Aktivitäten zu bekommen, halten wir Kontakt zu den Bürgermeistern, den Umweltämtern, den Gemeindegärtnern, den Bauern, den Bauernobmännern, dem zuständigen Förster.

Die folgenden Beispiele stehen für eine Vielzahl von Biotopen in unseren drei Gemeinden, die - jedes für sich - eine besondere biologische, ökologische  oder topologische Besonderheit widerspiegelt und auch deshalb schützenswert ist.

Auch in 2014 haben wir regelmäßig wieder viele unserer Biotope besucht, deren Zustand dokumentiert und Aktions-Maßnahmen durchgeführt, Fremdkörper inden Biotopen entfernt, die Untere Naturschutzbehörde auf Missstände aufmerksam gemacht, die wir nicht selber beheben konnten. Bei Interesse an solchen Begehungen nehmen Sie Kontakt mit uns auf.

Jedes unserer Biotope betrachten wir als Mahnmal für die sie umgebende und oft angegriffene oder bereits zerstörte Natur.  Nur gemeinsam und im Schulterschluß mit allen Naturfreunden können wir die Natur vor ökologischem Unsinn, weiterer übermäßiger Flächenversiegelung und weiterem Möbel- und Baumärkte-Ausbau bewahren. Wir verteidigen diese Biotope auch erfolgreich gegen immer wieder vorgefundene Schutt- und Müllablagerungen.

Biotop alte Eisenbahntrasse Feldkirchen/Johanneskirchen

Ehemaliges Gleisbett. Biotop-Fotos: G.Kiemann

Es handelt sich um ein Linienbiotop von ca. 3 km Länge. Die Gleise der alten Verbindung zwischen Feld - und Johanniskirchen wurden schon vor längerer Zeit beseitigt, das Schotterbett ist jedoch noch sichtbar. Inzwischen ist das Biotop Heimat von ca. 180 Blütenpflanzen, mehr als 50 Vogel- und einigen Fledermausarten sowie von Niederwild, zuletzt nachgewiesen in einer Recherche von 1995/96. Linienbiotope ermöglichen die geschützte Migration der Tiere innerhalb des Biotops und zu den vorhandenen Nachbar-Flächenbiotopen. Insbesondere in der landwirtschaftlich intensiv genutzten Aschheim-Dornacher Flur ist dieses Biotop von unschätzbarem Wert. Als Müllkippe ist es ungeeignet. In 2008 konnte ein größerer Schaden an diesem Biotop aufgeklärt und fachgerecht beseitigt werden.

Biotop mit See nördlich Kieswerk Radmer in Dornach

Biotop mit See in den Mooswiesen

Dieses Biotop nördlich des Aschheimer Autokinos mit einem Kiesgruben-See integriert mehrere kleine Biotope in der Umgebung einschließlich dem Eisenbahntrassen-Biotop. Die Nähe dieser Biotope ermöglicht die geschützte Bewegung der Tiere in diesem Gebiet - ein Aspekt, dem wir uns bei der Biotop-Arbeit besonders widmen. Das Biotop liegt fast idyllisch in der Dornach-Aschheimer Flur (Mooswiesen). Der See ist umgeben von Baum- und Buschbestand. Westlich des Biotops sind Strukturen eines alten Kanalsystems zu erkennen, das in Richtung Abfanggraben führte.

Biotop Abfanggraben nördlich Kirchheim/Aschheim

Abfanggraben nördlich Kirchheim

Dieses Biotop, einst zum Senken des Grundwasser-Spiegels in der Gemarkung Kirchheim und Aschheim geschaffen, beherbergt heute unterschiedlichste Baum- und Buscharten, Vögel, Wasservögel, Wasserpflanzen und Fische (Äschen, Bachforellen, Bachsaiblinge und Regenbogenforellen) - in meist kristallklarem Wasser. Es dient Rehen und Niederwild (Fasan und Feldhase) als Deckungs-, Nahrungs- und Aufzuchtgebiet. Der Abfanggraben gestattet den Wildwechsel zu angrenzenden Gehölzen und Wäldchen, wie dem Rest des Auwaldes nördlich von Kirchheim und Aschheim, der allerdings von der Autobahn A99 zerschnitten wird, in naher Zukunft zusätzlich noch von der neuen Autobahn-Parallele von Aschheim nach Haar. Der Abfanggraben wird durch den Hachinger Bach gespeist.